Holz & Holzwerkstoffe (Multiplex / MDF) auf Glas & Glaskeramik kleben
DIN EN 1465 Verfahrensanweisung für Holz auf Glas: Chemische Systemlösung mit 1K-MS-Polymer Hybridkleber (Spannungsfrei), Vorbehandlung & Zugscherfestigkeit.
Materialkennwerte & Benetzbarkeit
Prüfnorm: DIN EN 828| Substrat | Oberflächenenergie | Vorbehandlung | Details |
|---|---|---|---|
| Holz & Holzwerkstoffe (Multiplex / MDF) | Hygroskopisch, porös, quellfähig | Staub absaugen oder mit leicht feuchtem Tuch abreiben, gut durchtrocknen lassen. | Profil ↗ |
| Glas & Glaskeramik | Glatte, unporöse Oberfläche | Rückstandslos mit Alkohol reinigen; keine silikonhaltigen Glasreiniger verwenden. | Profil ↗ |
Bauphysik: Ursache des Scheiterns
Glas ist kerbempfindlich und besitzt einen geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten. Starre Kleber übertragen Spannungsspitzen direkt und führen zu Muschelbruch.
Fügechemie: Systemlösung
Dauerelastischer 1K-MS-Polymer Hybridklebstoff (WEICON Flex 310 M Classic) gleicht Schwingungen, Vibrationen und unterschiedliche Wärmedehnungen (Delta Alpha) spannungsfrei aus. Die Bindung ist witterungs-, UV- und seewasserbeständig nach DIN 2304.
BOM: Abgestimmtes Komplettsystem
Dieses Klebstoffsystem wird in einer genormten 310 ml Eurokartusche geliefert und kann mit jeder gängigen 1K-Kartuschenpresse verarbeitet werden.
Verfahrensanweisung (Schritt für Schritt)
DIN EN 13887Reinigen Sie Holz & Holzwerkstoffe (Multiplex / MDF) und Glas & Glaskeramik mit reinem 99,9% Isopropanol. Ruß- oder Trennmittelschichten rückstandsfrei entfernen.
Fügeflächen mit feinem Schleifvlies (Scotch-Brite) leicht mattieren, um die Haftverankerung zu verbessern.
Kartusche in die Kartuschenpresse einlegen, Dosierspitze keilförmig zuschneiden und den Hybridkleber in Schlangenlinien oder gleichmäßigen Raupen auftragen.
Fügeteile innerhalb von 15 Minuten Hautbildungszeit passgenau zusammenfügen und gleichmäßig andrücken (Mindestklebfugendicke 1,5 mm einhalten).
Aushärtung bei Raumtemperatur (ca. 3 mm pro 24 h). Vollständige Belastbarkeit nach DIN EN 1465 nach 24 bis 48 Stunden.
Häufige verfahrenstechnische Fragen (FAQ)
Kann es zu Glasbruch durch thermische Dehnung kommen? ›
Nicht mit MS-Polymer, da die Klebefuge dauerelastisch bleibt und Spannungsspitzen vor dem Glas abbaut.
Wie dick sollte die Klebefuge zwischen Holz und Glas sein? ›
Empfohlen ist eine Fugenstärke von ca. 0,3 bis 0,8 mm. Dies gewährleistet eine optimale Spannungsverteilung nach DIN EN 1465.
Ist die Verbindung vibrationsfest? ›
Ja. Das empfohlene Reaktivsystem besitzt eine ausgewogene Zähelastizität, die dynamische Lastwechsel und thermische Dehnungen abfängt.